Vom Dach aus in die Luft gehen
Planungen für neuen Landeplatz von Christoph 15 auf dem Klinikum schreiten voran
Von Ulli Scharrer
Christoph 15, der gelbe Rettungshubschrauber vom Typ EC 135, ist eine moderne Maschine. Sein Hangar und die dazugehörige Station sind aber seit Gründung der Luftrettungsstation 1977 in die Jahre gekommen. Gemeinsam planen die Verantwortlichen des Klinikums St. Elisabeth, der ADAC-Luftrettung und des Rettungszweckverbandes Straubing daher einen neuen Landeplatz mit dazugehöriger Station. Vom Dach aus soll in die Luft gegangen werden. Ein Landeplatz auf der Klinik hat zwei entscheidende Vorteile. Notfall-Patienten müssen nicht mehr in einen Rettungswagen umgeladen werden, sondern können gleich mit einem Aufzug auf die Intensivstation gebracht werden. Und der Fluglärm soll sich für die Anwohner verringern.
Dr. Christoph Scheu von der Geschäftsleitung des Klinikums St. Elisabeth erwartet bis Ende des Monats ein Lärmschutzgutachten. Der neue Landeplatz am Dach soll nicht nur Patienten für eine noch schnellere Einlieferung in einen Schockraum oder die Intensivstation dienen, sondern auch die Anwohner von Fluglärm entlasten. Vor der entgültigen Planung will die Klinikleitung daher auch noch die Anwohner zu einer Gesprächsrunde einladen, bei der Wünsche und Anregungen vorgebracht werden können. Dr. Scheu geht davon aus, dass in den anschließenden zwei Monaten die Baupläne bei der Stadt eingereicht werden können. Auf eine gemeinsame Finanzierung haben sich die ADAC-Luftrettung, die Betreiberfirma des Rettungshubschraubers samt Station, und das Klinikum bereits geeinigt. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, aber eine Absicht: "Wenn man baut, soll man nach dem neuesten Stand der Technik und zukunftsfähig bauen", betont Dr. Scheu, damit die Luftrettung von Straubing aus nach den modernsten Normen arbeiten könne und auch für mögliche Veränderungen in der Zukunft gerüstet sei.
Für Patienten ein Riesenschritt nach vorne
Stephan Wanner, ADAC-Stationsleiter und einer der drei Piloten von Christoph 15, freut sich, dass "alle an einem Strang ziehen". Noch seien einige Feinheiten zu klären, andere Prüfungen für einen Baubeginn seien aber schon abgeschlossen. Der neue Landeplatz sei "für Patienten ein Riesenschritt nach vorne". Da verzichte die Crew auch gerne auf den kleinen Park neben der jetzigen Station. Für Ostbayern werde der Landeplatz ein Novum sein, ähnliche moderne Dachlandeplätze würde man erst wieder in Traunstein finden oder in Großstädten wie Frankfurt.
Alles unter einem Dach soll man dann am Dach haben. Der neue Hangar wird nicht nur der Unterbringung des Rettungshubschraubers in der Nacht dienen, sondern auch für die Überprüfung nach einem Flugtag und für die 100-Stunden-Wartungen sowie für kleinere technische Reparaturen. Steigleitungen erlauben eine Betankung am Dach und die Räume für die Crew und die Einsatzplanung finden dort ebenfalls Platz.
1500 Einsätze im Jahr: knapp 90 Prozent Notfälle
Wanner erklärt, dass mit dem neuen Landeplatz auch die Flugsicherheit gesteigert wird. Einen Landeplatz am Dach kann man leichter anfliegen, als den relativ engen bisherigen, bei dem man vor allem bei Südwind sehr aufpassen muss.
Im November 1977 wurde die Station als fünfzehnter Standort der deutschen Rettungshubschrauber am Straubinger Krankenhaus in Betrieb genommen. 35 Jahre alt ist also die Station mit Hangar und Versorgungseinrichtungen. Im Schnitt fliegt der Rettungshubschrauber, der täglich von 7 Uhr bis Sonnenuntergang startklar ist, 1500 Einsätze im Jahr. Überwiegend Notfalleinsätze, um bei Unfällen oder akuten Beschwerden sofort mit einem Notarzt an Bord zur Stelle zu sein. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Flüge sind Überführungen, zum Beispiel von eiligen Transplantaten.
Berufsmäßiger Stadtrat Gerhard Schmid freut sich, dass die Nachbarn mit eingebunden werden und dass mit dem neuen Landeplatz auch die Standortsicherheit gewährt und ausgebaut ist. Alois Lermer, Geschäftsführer des Rettungszweckverbandes Straubing, bekräftigt, dass der neue Landeplatz untereinander bereits gut abgestimmt ist: "Wir wissen, was wir wollen." Als schnelles Rettungsmittel, vor allem für die schwersten Fälle bei Primäreinsätzen, sei der Hubschrauber nicht wegzudenken.






